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Weltweite Reduzierung klimaschädlicher Kältemittel beschlossen - Europäisches Parlament ratifiziert Kigali-Abkommen

Meilenstein für Klimaschutz / Erderwärmung wird reduziert

Der Umweltausschuss des Europäischen Parlamentes hat heute das Kigali-Abkommen zur weltweiten Reduzierung klimaschädlicher Kältemittel beschlossen. Eine Ratifizierung im Plenum folgt zeitnah. Bereits im Oktober letzten Jahres hat sich die Staatengemeinschaft in Kigali auf eine schrittweise drastische Reduzierung der besonders klimaschädlichen Fluorkohlenwasserstoffe (HFKW) geeinigt. HFKW werden in Kühlschränken und Klimaanlagen verwendet und ersetzen bislang das die Ozonschicht schädigende FCKW, auf dessen Verbot sich die Staatengemeinschaft 1987 mit dem Montrealer Protokoll geeinigt hatte. Mit den neuen Regeln wird das Montrealer Protokoll nun substanziell erweitert - und wird von einem Abkommen zum Schutz der Ozonschicht zu einem wirksamen Klimaschutzinstrument. Heute kommt statt FCKW der Ersatzstoff FKW zum Einsatz, der zwar nicht die Ozonschicht schädigt, aber in erheblichem Maße zur Erderwärmung beiträgt. Ein Kilogramm Fluorkohlenwasserstoff trägt innerhalb der ersten 100 Jahre nach der Freisetzung 3,170-mal so stark zum Treibhauseffekt bei wie ein Kilogramm CO2.

 

Der Beschluss senkt damit bis zum Jahr 2050 70 Milliarden Tonnen CO2 Äquivalent. Dies entspricht etwa 11-mal so viel wie der jährlichen CO2-Emission der USA.  „Der angekündigte Ausstieg der USA hat das Pariser Klimaschutzabkommen sehr ins Zentrum der Aufmerksamkeit gelenkt, jedoch sollten wir nicht vergessen, dass es auch andere wichtige Klimaschutzinstrumente gibt, wie zum Beispiel das Montreal-Protokoll“, so Peter Liese, umweltpolitischer Sprecher der größten Fraktion im Europäischen Parlament (EVP-Christdemokraten), nach der Ratifizierung durch den Umweltausschuss des Europäischen Parlamentes. Die Änderung soll im Januar 2019 in Kraft treten, vorausgesetzt, dass mindestens 20 der unterzeichnenden Parteien des Protokolls, den Vorschlag ratifizieren.

„Eine schnelle Ratifizierung dieser Änderung ist eine sehr gute Möglichkeit für die Europäische Union ihre Bereitschaft zu zeigen, dem Klimawandel aktiv entgegen zu wirken. Ich freue mich, dass der Umweltausschuss die Änderung heute ratifiziert hat und hoffe, dass das Plenum bald nachzieht, damit bald mit der geplanten Reduktion von Produktion und Verbrauch der klimaschädlichen Fluorkohlenwasserstoffe begonnen werden kann. Dies reduziert die Erderwärmung drastisch“, so Peter Liese. Ab 2019 sollen entwickelte Länder wie die USA den HFKW-Einsatz um zehn Prozent verringern. Im Laufe der Jahre wollen sie den Gebrauch sogar um 85 Prozent reduzieren. Dies soll bis spätestens 2036 geschehen. Für die Entwicklungs- und Schwellenländer gelten differenzierte Reduktionspläne mit Reduktionszielen von 80 bzw. 85 Prozent im Zeitraum von 2024 bis 2047. Bei der Erfüllung ihrer Verpflichtungen erhalten die Entwicklungsländer finanzielle Unterstützungen von den Industrieländern.

© Dr. med. Peter Liese, MdEP 2017